Symptome, Auswirkungen auf das Gehör und Behandlungsmöglichkeiten
Knöcherne Auswüchse, die sich im äußeren Gehörgang entwickeln, werden von Patienten häufig als Knochenbildung im Ohr, Knochenwachstum im Gehörgang oder Verengung des Gehörgangs beschrieben. Die beiden häufigsten Ursachen dieser Erkrankung sind die Exostose des äußeren Gehörgangs und das Osteom des Ohres. Obwohl beide gutartig sind, können sie bei zunehmendem Wachstum den Gehörgang verengen und zu einer Ohrverstopfung, häufigen Infektionen und in seltenen Fällen zu einem Schallleitungsschwerhörigkeit führen.
Diese Erkrankungen schreiten in der Regel langsam voran und können im Frühstadium symptomlos sein. Mit zunehmender Verengung des Gehörgangs treten jedoch häufiger ein Völlegefühl nach Wasserkontakt, Ohrenschmalzansammlungen und wiederkehrende Gehörgangsentzündungen auf.
Warum entstehen Exostose und Osteom?
Die Exostose des äußeren Gehörgangs besteht aus mehreren breitbasigen knöchernen Vorsprüngen, die sich im Gehörgang entwickeln. Die häufigste Ursache ist eine langanhaltende Exposition des Gehörgangs gegenüber kaltem Wasser und Wind. Aus diesem Grund tritt sie häufiger bei Schwimmern, Tauchern und Wassersportlern auf und wird umgangssprachlich als Surfer-Ohr bezeichnet. Die Exostose entwickelt sich in der Regel in beiden Ohren gleichzeitig und symmetrisch und kann im Laufe der Zeit zu einer Verengung des Gehörgangs führen.
Das Osteom des Ohres hingegen ist in der Regel ein einzelner, runder und gestielter knöcherner Auswuchs. Es ist meist einseitig und steht in keinem Zusammenhang mit kaltem Wasser. Es wächst langsam und wird meistens zufällig bei einer routinemäßigen Ohruntersuchung entdeckt. Bei zunehmender Größe kann es jedoch zu einem Völlegefühl, einer Verstopfung und in seltenen Fällen zu einer verminderten Hörleistung kommen.
Welche Symptome verursacht es?
Mit zunehmender Verengung des Gehörgangs können folgende Beschwerden auftreten:
- Völle- und Druckgefühl im Ohr
- Anhaltende Verstopfung nach Wasserkontakt, die sich nicht schnell auflöst
- Häufige Ohrenschmalzansammlungen
- Wiederkehrende Gehörgangsentzündungen
- In seltenen Fällen leichter Hörverlust
Der Hörverlust tritt in der Regel in Form einer Schallleitungsschwerhörigkeit auf, die durch die Verengung des Gehörgangs verursacht wird, und ist bei den meisten Patienten leicht ausgeprägt.
Ist ein Hörtest (Audiometrie) erforderlich?
Bei Patienten mit einer deutlichen Verengung des Gehörgangs wird eine Audiometrie (Hörtest) empfohlen. Die Audiometrie ermöglicht die Beurteilung, ob die Hörschwelle normal ist, den Grad eines eventuellen Verlustes und ob es sich um einen Schallleitungstyp handelt. Bei den meisten Patienten ist das Gehör normal oder nur leicht beeinträchtigt.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose wird in der Regel durch eine detaillierte Ohruntersuchung gestellt. In Fällen, in denen es notwendig ist, das Ausmaß der knöchernen Strukturen und die Verengung im Gehörgang zu beurteilen, kann eine Computertomographie (CT) des Schläfenbeins angeordnet werden. Die Bildgebung ist besonders aus chirurgischer Sicht hilfreich bei Patienten, bei denen eine Operation des äußeren Gehörgangs geplant ist.
Wann ist eine Operation erforderlich?
Nicht jede Exostose oder jedes Osteom erfordert eine Operation. Wenn keine Symptome vorliegen und der Gehörgang ausreichend offen ist, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen ausreichend. In folgenden Situationen kann jedoch eine Exostosenchirurgie oder eine Osteomentfernung empfohlen werden:
- Deutliche Verengung des Gehörgangs
- Häufige Gehörgangsentzündungen
- Anhaltende Verstopfung durch Ohrenschmalz
- Entwicklung eines Hörverlustes
- Ohrverstopfung, die den Alltag beeinträchtigt
Wie wird die Operation durchgeführt?
Die Operation der Exostose oder des Osteoms des äußeren Gehörgangs wird in Vollnarkose unter Verwendung eines Operationsmikroskops durchgeführt. Während des Eingriffs wird überschüssiges Knochengewebe mit einem speziellen Mikromotor-System (Fräse) mit feiner Spitze sorgfältig abgefräst, um den Gehörgang zu erweitern.
Ein wichtiger Aspekt dieser Operation ist, dass der Eingriff ausschließlich im äußeren Gehörgang durchgeführt wird. Der Bereich hinter dem Trommelfell wird nicht erreicht und das Mittelohr wird nicht betreten. Das Trommelfell wird geschont und die natürliche Weite des Gehörgangs wird wiederhergestellt.
Postoperativer Verlauf
Die Erholung nach der Operation ist in der Regel schnell. Den Patienten wird empfohlen, ihre Ohren eine Zeit lang vor Wasser und Infektionen zu schützen. Da der Gehörgang geöffnet wird, verschwindet bei den meisten Patienten die Ohrverstopfung, und eine leichte Schallleitungsschwerhörigkeit kann sich ebenfalls verbessern.
Bei Patienten mit Exostose ist Schutz wichtig, da eine fortgesetzte Exposition gegenüber kaltem Wasser im Laufe der Jahre zur Entwicklung neuer Knochenbildungen führen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1- Sind Exostose und Osteom bösartig?
Nein. Beide sind gutartige Knochenauswüchse und wandeln sich nicht in Krebs um.
2- Kann eine Knochenbildung im Ohr zu Hörverlust führen?
Ja, aber sie ist in der Regel leicht und tritt als Schallleitungsschwerhörigkeit aufgrund der Verengung des Gehörgangs auf.
3- Ist eine Audiometrie erforderlich?
Bei Patienten mit einem verengten Gehörgang wird eine Audiometrie empfohlen, um den Hörstatus zu beurteilen.
4- Benötigt jeder Patient eine Operation?
Nein. Wenn keine Symptome vorliegen und der Gehörgang offen ist, sind Kontrolluntersuchungen ausreichend.
5- Wie wird die Exostoseoperation durchgeführt?
In Vollnarkose wird überschüssiges Knochengewebe im äußeren Gehörgang mit einem Mikroskop und einem Fräsensystem entfernt.
6- Wird während der Operation der Bereich hinter dem Trommelfell erreicht?
Nein. Der Eingriff wird ausschließlich im äußeren Gehörgang durchgeführt; das Mittelohr wird nicht betreten und das Trommelfell wird geschont.
7- Kann es nach der Operation erneut auftreten?
Wenn die Exposition gegenüber kaltem Wasser anhält, kann sich insbesondere die Exostose im Laufe der Jahre erneut entwickeln.
8- Was ist bei anhaltender Ohrverstopfung zu tun?
Vor der Verwendung von Wattestäbchen ist unbedingt ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen.
Als Prof. Dr. Gediz Murat Serin ist mein Ansatz bei diesen Erkrankungen eine möglichst konservative Beurteilung, die unnötige Operationen vermeidet. Die große Mehrheit der Patienten mit Exostose und Osteom benötigt keine Operation und kann ihr Leben problemlos unter regelmäßiger Beobachtung fortführen. Die Entscheidung zur Operation wird nur in Fällen getroffen, die die Lebensqualität des Patienten erheblich beeinträchtigen, und nach einer detaillierten Beurteilung. Wenn eine Operation angezeigt ist, wird sie so geplant, dass sie ausschließlich den äußeren Gehörgang betrifft, und unter dem Mikroskop mit präzisen Techniken durchgeführt.



