Eine im Laufe der Zeit entstandene Einsenkung des Nasenrückens verändert nicht nur das Erscheinungsbild im Spiegel. Bei vielen Patienten verengt sie auch den Luftstrom im Naseninneren und kann zu Atembeschwerden bei körperlicher Belastung sowie zu einem Gefühl der Nasenverstopfung führen. Die Behandlung eines Kollapses des Nasengerüsts erfordert daher mehr als nur eine ästhetische Korrektur: Sowohl das äußere Erscheinungsbild des Nasengerüsts als auch die Atemfunktion müssen gemeinsam beurteilt werden.

Als Nasengerüst bezeichnet man den oberen und mittleren Abschnitt der Nase, der aus den Nasenknochen und den knorpeligen Strukturen besteht. Wenn die Unterstützung in diesem Bereich geschwächt ist, kann der Nasenrücken flacher werden, der mittlere Abschnitt eingesunken wirken oder die seitlichen Nasenwände beim Einatmen nach innen gezogen werden. Die Art der Behandlung richtet sich nach Lage, Ausmaß und Ursache des Kollapses, danach, ob bereits eine Operation durchgeführt wurde, und danach, ob ausreichend Knorpelstütze vorhanden ist.

Was ist ein Kollaps des Nasengerüsts?

Die natürliche Höhe und Kontinuität des Nasenrückens entsteht durch das Zusammenspiel von Knochen, oberen Seitenknorpeln, der als Septum bezeichneten mittleren Trennwand und den darüberliegenden Weichteilen. Wenn eine dieser Strukturen keine ausreichende Unterstützung bietet, kann es zu einem Kollaps des Nasengerüsts kommen. Bei manchen Patienten fällt die Veränderung hauptsächlich am Nasenrücken auf, während bei anderen das Problem im mittleren Nasenabschnitt und im engen Luftdurchgangsbereich, der als innere Nasenklappe bezeichnet wird, deutlicher ausgeprägt ist.

Bei fortgeschrittenem Kollaps kann der Nasenrücken deutlich eingesunken erscheinen. Dieser Zustand wird manchmal als Sattelnasendeformität bezeichnet. Nicht jede Unregelmäßigkeit des Nasenrückens ist jedoch eine Sattelnase. Eine leichte Einsenkung, Asymmetrie oder eine nur beim Einatmen auftretende Bewegung der Seitenwand kann auf andere anatomische Probleme hinweisen. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Wahl der richtigen Operationstechnik.

Warum kommt es zu einem Kollaps des Nasengerüsts?

Eine der häufigsten Ursachen ist ein Trauma. Nach einem Schlag auf die Nase kann es zu einem Bruch kommen; selbst wenn der Bruch verheilt, können Knorpel- und Knochenstrukturen in einer ungünstigen Position zusammenwachsen. Auch in der Kindheit erlittene und möglicherweise vergessene Traumata können sich im Erwachsenenalter durch eine Schiefstellung oder Asymmetrie der Nase bemerkbar machen.

Eine weitere wichtige Ursache sind frühere Nasenoperationen. Insbesondere eine übermäßige Entfernung von Knorpel, eine unzureichend kontrollierte Rekonstruktion des Nasenrückens oder Gewebezug während der Heilungsphase können zu einer Verengung des mittleren Nasengerüsts führen. Bei Patienten nach einer Revisionsrhinoplastik kann das Problem nicht nur in einer sichtbaren Einsenkung bestehen; auch eine anhaltende Verstopfung infolge einer verminderten Unterstützung der Nasenklappe kann auftreten.

Auch eine Septumperforation, schwere Infektionen, bestimmte entzündlich-rheumatologische Erkrankungen, Kokainkonsum sowie selten Tumoren oder Gewebeverlust nach einem Trauma können die Nasenstütze schwächen. In solchen Fällen reicht es nicht aus, nur die Form zu korrigieren. Zunächst müssen die zugrunde liegende Erkrankung kontrolliert und der Zustand des Gewebes ausführlich beurteilt werden.

Welche Symptome erfordern eine Beurteilung?

Ein Kollaps des Nasengerüsts kann sich manchmal auf eine leichte Veränderung des Erscheinungsbildes beschränken, die der Patient nur auf Fotos bemerkt. Bei ausgeprägtem Verlust der strukturellen Unterstützung können jedoch funktionelle Beschwerden auftreten, die den Alltag beeinträchtigen. Dazu gehören Nasenverstopfung, Atembeschwerden insbesondere bei körperlicher Belastung, verminderter Luftstrom auf einer oder beiden Seiten, Schlafen mit offenem Mund und eine vorübergehende Besserung durch Nasenpflaster.

Wenn sich die seitliche Nasenwand bei tiefer Einatmung nach innen zieht, kann dies auf eine Verengung der Nasenklappe hinweisen. Wenn der Patient beim leichten seitlichen Ziehen an der Wange besser atmen kann, kann dies ebenfalls einen Hinweis auf eine unzureichende Unterstützung geben. Diese Befunde allein reichen jedoch nicht für eine Diagnose aus. Eine Septumverkrümmung, vergrößerte Nasenmuscheln, allergische Rhinitis oder Erkrankungen der Nasennebenhöhlen können ähnliche Beschwerden verursachen.

Beurteilung vor der Behandlung eines Kollapses des Nasengerüsts

Eine erfolgreiche Planung beginnt mit einer ausführlichen Analyse von Gesicht und Nase. Die Höhe des Nasenrückens, die Breite des mittleren Nasengerüsts, die Unterstützung der Nasenspitze, die Hautdicke, die Gesichtsproportionen und bestehende Asymmetrien werden gemeinsam beurteilt. Bei der inneren Untersuchung werden der Zustand des Septums, der Nasenklappenbereich, die Nasenmuscheln und die Schleimhaut untersucht. Bei Bedarf können eine endoskopische Untersuchung, eine Fotoanalyse und bei ausgewählten Patienten bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

Bei Patienten, die bereits eine Rhinoplastik hatten, liefern Operationsberichte und gegebenenfalls ältere Fotos wertvolle Informationen. Welche Knorpelstrukturen zuvor entfernt wurden, ob Transplantate verwendet wurden und wie lange die Heilung zurückliegt, beeinflusst die chirurgische Planung. Bei Revisionsoperationen erfordern narbig veränderte Gewebe, verschobene anatomische Schichten und reduzierte Knorpelreserven einen besonders sorgfältigen Ansatz.

Ziel dieser Beurteilung ist es nicht, jedem Patienten dieselbe Nasenform zu geben. Vielmehr soll ein ausreichend stabiles Gerüst geschaffen werden, das zum Gesicht passt, natürlich aussieht und die Atmung unterstützt.

Ist die Behandlung immer operativ?

Wenn der Kollaps strukturell bedingt ist, ist eine dauerhafte Lösung meist chirurgisch. Filler können bei ausgewählten und sehr leichten Unregelmäßigkeiten des Nasenrückens eine vorübergehende optische Kaschierung ermöglichen. Sie stellen jedoch keine fehlende Knorpelstütze wieder her und erweitern auch nicht die Atemwege. Aufgrund der Gefäßanatomie des Nasenrückens ist dieser Bereich bei Injektionen besonders sensibel; daher sollte dies nicht als geeignete Option für jeden Patienten angesehen werden.

Wenn Allergien, Schleimhautschwellungen oder vergrößerte Nasenmuscheln die Verstopfung verstärken, können medikamentöse Behandlung und Pflege des Naseninneren die Beschwerden reduzieren. Besteht jedoch ein Kollaps der Nasenklappe oder ein Verlust der Stützfunktion im mittleren Nasengerüst, beseitigt eine medikamentöse Behandlung das anatomische Problem nicht. Die Notwendigkeit einer Operation wird anhand der Stärke der Beschwerden und der Untersuchungsbefunde gemeinsam beurteilt.

Ziel der Operation: Wiederherstellung der Unterstützung

Der grundlegende Ansatz bei der Rekonstruktion des Nasengerüsts besteht darin, die fehlende Unterstützung mit geeigneten Knorpeltransplantaten wiederherzustellen. Ein Transplantat ist ein Stück Knorpel aus körpereigenem Gewebe, das zur strukturellen Rekonstruktion der Nase verwendet wird. In vielen Fällen kann Septumknorpel die erste Wahl sein. Wenn im Septum nicht genügend Knorpel vorhanden ist, insbesondere nach früheren Operationen, kann auf Ohr- oder Rippenknorpel zurückgegriffen werden.

Bei Verengungen des mittleren Nasengerüsts können zwischen den oberen Seitenknorpeln und dem Septum platzierte Spreader-Grafts sowohl dazu beitragen, die Konturen des Nasenrückens zu verbessern, als auch den Winkel der inneren Nasenklappe zu unterstützen. Bei einer Schwäche der Seitenwand können andere Stütztransplantate verwendet werden. Bei fortgeschrittenem Kollaps und Gewebeverlust wird dagegen eine umfassendere Rekonstruktion des Nasengerüsts geplant.

Nicht nur der Name der verwendeten Technik, sondern auch die Dicke, der Winkel und die genaue Position des Transplantats beeinflussen das Ergebnis. Zu viel Unterstützung kann den Nasenrücken künstlich breit wirken lassen; zu wenig Unterstützung kann dagegen das Risiko einer erneuten Verengung oder eines erneuten Kollapses erhöhen. Daher wird der Operationsplan nicht nur anhand von präoperativen Fotos, sondern entsprechend der Hautstruktur, dem Heilungspotenzial und der vorhandenen Gewebequalität individuell angepasst.

Was ist während der Heilungsphase zu erwarten?

Nach der Operation können in den ersten Tagen Schwellung, leichter Flüssigkeitsaustritt und ein Gefühl der Nasenverstopfung auftreten. Je nach verwendeter Technik können sich Silikonstützen oder Splints im Naseninneren befinden. In der ersten Woche sind die Einhaltung der Empfehlungen zur Pflege des Naseninneren und der Schutz vor Trauma für die Heilung hilfreich.

Ein großer Teil der äußerlich sichtbaren Schwellung geht in den ersten Wochen und Monaten zurück. Dennoch kann es insbesondere bei Revisionsfällen und Nasen mit dicker Haut länger dauern, bis sich das Gewebe vollständig stabilisiert. Eine Verbesserung der Atmung kann bereits früh spürbar sein, während Schwellungen während der Heilungsphase vorübergehende Schwankungen verursachen können. Kontrolluntersuchungen ermöglichen die Überwachung sowohl der Wundheilung als auch der Atemwegsfunktion.

Warum macht Erfahrung bei Revisionsfällen einen Unterschied?

Bei einer bereits operierten Nase können die chirurgischen Möglichkeiten eingeschränkter oder komplexer sein. Bereits entnommene Knorpel, ausgeprägtes Narbengewebe oder die Position früherer Transplantate beeinflussen die Planung unmittelbar. Daher besteht das Ziel einer Revisionsrhinoplastik nicht nur darin, das frühere Ergebnis zu verändern, sondern die verbleibenden Strukturen der Nase zu schützen und gleichzeitig eine zuverlässige Unterstützung wiederherzustellen.

Im Ansatz von Prof. Dr. Gediz Murat Serin werden die ästhetischen und funktionellen Aspekte komplexer Nasenchirurgie gemeinsam betrachtet. Besonders bei Fällen eines Kollapses des Nasengerüsts in Verbindung mit Nasenverstopfung zielen eine ausführliche Untersuchung und eine individuell angepasste Operationsplanung darauf ab, ein natürliches Erscheinungsbild und eine gute Atemqualität in einem gemeinsamen Behandlungsziel zu vereinen.

Eine Einsenkung des Nasenrückens oder anhaltende Nasenverstopfung sollte nicht anhand eines einzigen Fotos oder allein aufgrund einer früheren Operationserfahrung beurteilt werden. Die richtige Diagnose beginnt mit einer umfassenden Untersuchung sowohl des äußeren Nasengerüsts als auch der inneren Atemwege; diese Untersuchung ist der sicherste Schritt, um einen passenden und realistischen Behandlungsweg festzulegen.

Prof. Dr. Gediz Murat Serin

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