Wenn die Nasenverstopfung seit Wochen anhält, der Geruchssinn nachgelassen hat und der Schleimfluss in den Rachen den ganzen Tag über Beschwerden verursacht, kann mehr als nur eine einfache Erkältung dahinterstecken. Die Liste der Symptome einer chronischen Sinusitis hilft dabei zu verstehen, wann diese Beschwerden in ihrer Kombination von Bedeutung sind und wann eine HNO-ärztliche Untersuchung erforderlich ist. Eine chronische Sinusitis ist eine Entzündung und Schwellung der Schleimhaut, die die Nasennebenhöhlen auskleidet und mindestens 12 Wochen anhält; alleinige Kopfschmerzen sprechen hingegen nicht für sich genommen für diese Diagnose.
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume in den Gesichtsknochen. Wenn die Belüftung dieser mit der Nase verbundenen Bereiche oder der Abtransport von Sekreten beeinträchtigt ist, können Schleimhautschwellungen, Ausfluss und ein Druckgefühl entstehen. Die Stärke der Beschwerden unterscheidet sich von Person zu Person. Bei manchen Patienten besteht das Hauptproblem darin, nicht frei atmen zu können, während bei anderen ein hartnäckiger Schleimfluss in den Rachen oder ein Verlust des Geruchssinns den Alltag deutlich beeinträchtigt.
Liste der Symptome einer chronischen Sinusitis
Die diagnostisch wichtigsten Symptome einer chronischen Sinusitis sind Nasenverstopfung, zäher Ausfluss aus der Nase oder in den Rachen, ein Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht sowie eine Verminderung des Geruchssinns. Wenn mindestens zwei dieser Beschwerden länger als 12 Wochen anhalten, insbesondere wenn Nasenverstopfung oder Ausfluss hinzukommen, ist eine ausführliche Untersuchung erforderlich.
Die Symptome verlaufen häufig schwankend. Eine zeitweise nachlassende Verstopfung kann sich durch saisonale Allergien, Infektionen der oberen Atemwege oder Umweltreize erneut verstärken. Zu den von Patienten häufig beschriebenen Beschwerden gehören:
- Anhaltende oder häufig wiederkehrende Nasenverstopfung
- Gelb-grüner, zähflüssiger Nasenausfluss oder Schleimfluss in den Rachen
- Verminderter Geruchssinn, veränderte Geruchswahrnehmung oder Verlust des Geruchssinns
- Völle- und Druckgefühl in den Wangen, um die Augen oder im Stirnbereich
- Husten, häufiges Räuspern und Schleimgefühl, die morgens stärker ausgeprägt sein können
- Mundatmung, beeinträchtigte Schlafqualität, Schnarchen und Müdigkeit am Tag
Kopfschmerzen allein sind kein zuverlässiger Hinweis auf eine chronische Sinusitis. Migräne, Spannungskopfschmerzen, Kiefergelenksprobleme oder augenbezogene Erkrankungen können Beschwerden verursachen, die Sinusschmerzen ähneln. Gesichtsschmerzen automatisch einer Sinusitis zuzuschreiben, kann daher die richtige Behandlung verzögern.
Unterschied zwischen akuter und chronischer Sinusitis
Eine akute Sinusitis entwickelt sich meist nach einer viralen Infektion der oberen Atemwege und kann innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen abklingen. Bei einer chronischen Sinusitis besteht das Problem dagegen nicht lediglich in einer verlängerten Infektion. Anatomische Engstellen, die die Belüftung der Nasennebenhöhlen beeinträchtigen, Nasenpolypen, eine allergische Veranlagung, eine empfindliche Schleimhaut oder eine nach früheren Infektionen fortbestehende Entzündung können zum Fortbestehen der Erkrankung beitragen.
Diese Unterscheidung beeinflusst die Wahl der Behandlung unmittelbar. Es ist nicht der richtige Ansatz, bei jedem länger anhaltenden Ausfluss Antibiotika einzusetzen. Antibiotika sind nur in bestimmten klinischen Situationen sinnvoll, die auf eine bakterielle Infektion hinweisen, und sollten nach ärztlicher Beurteilung eingesetzt werden. Bei einer chronischen Sinusitis besteht das Hauptziel darin, die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen und die natürliche Drainage der Nasennebenhöhlen zu unterstützen.
Warum ist die Nasenstruktur wichtig?
Eine als Septumdeviation bezeichnete Verkrümmung der Nasenscheidewand, eine Vergrößerung der Nasenmuscheln oder enge Strukturen in den Abflusswegen der Nasennebenhöhlen können bei manchen Patienten die Verstopfung verstärken. Allerdings ist nicht jede Septumdeviation eine Ursache für chronische Sinusitis, und nicht jeder Patient mit chronischer Sinusitis benötigt eine Operation. Durch Untersuchung, endoskopische Beurteilung und bei Bedarf Bildgebung sollte gemeinsam bewertet werden, inwieweit strukturelle Probleme mit den Beschwerden zusammenhängen.
Auch Nasenpolypen sind von besonderer Bedeutung. Dabei handelt es sich um gutartige weiche Gewebsveränderungen, die aus der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhaut entstehen und Nasenverstopfung sowie Geruchsverlust verursachen können. Bei Erkrankungen mit Polypen können die Beschwerden hartnäckiger sein; zusätzliche Erkrankungen wie Asthma oder eine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Schmerzmitteln sollten ebenfalls abgeklärt werden.
Wann sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden?
Eine länger als zwölf Wochen bestehende Nasenverstopfung, anhaltender Ausfluss oder Geruchsverlust sind ausreichende Gründe für eine HNO-ärztliche Untersuchung. Besonders Patienten, die trotz häufiger Antibiotikabehandlungen keine Besserung erfahren, bei jeder Infektion ähnliche Beschwerden entwickeln oder deren Schlaf und berufliche Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt sind, sollten nicht länger abwarten.
Einige Symptome erfordern eine schnellere Abklärung. Schwellungen oder Rötungen um die Augen, eine Verschlechterung des Sehvermögens oder Doppelbilder, starke und ungewöhnliche Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, hohes Fieber oder Bewusstseinsstörungen erfordern eine dringende medizinische Untersuchung. Auch bei einseitigem und übel riechendem Ausfluss, wiederkehrendem Nasenbluten, Taubheitsgefühl im Gesicht oder einer fortschreitenden Verstopfung nur auf einer Seite ist eine ausführliche Untersuchung wichtig. Diese Befunde weisen nicht immer auf eine ernsthafte Erkrankung hin, sollten jedoch nicht einfach als gewöhnliche Sinusitis angesehen werden.
Wie wird die Diagnose gesichert?
Die Diagnose einer chronischen Sinusitis wird nicht allein anhand der Beschwerden gestellt. Bei der HNO-Untersuchung werden die Strukturen im Naseninneren, die Beschaffenheit des Ausflusses, Schwellungen, das Vorhandensein von Polypen und die Nasenscheidewand beurteilt. Eine nasale Endoskopie ermöglicht mithilfe einer dünnen Kamera eine genauere Untersuchung des Naseninneren und der Drainagebereiche der Nasennebenhöhlen. Diese Untersuchung ist besonders hilfreich, um von außen nicht erkennbare Polypen, Entzündungszeichen oder anatomische Engstellen darzustellen.
Eine Computertomographie wird eingesetzt, um die knöchernen Strukturen, die Belüftung der Nasennebenhöhlen und die Ausdehnung der Erkrankung zu beurteilen. Nicht bei jeder Nasenverstopfung ist eine Computertomographie erforderlich. Insbesondere bei anhaltenden Beschwerden trotz medikamentöser Behandlung, vor einer Operationsplanung oder bei komplexen Fällen kann die Bildgebung eine wichtige Entscheidungshilfe sein. Eine Allergiediagnostik, Geruchstests und in besonderen Situationen zusätzliche Untersuchungen können ebenfalls erforderlich sein.
Ziel der Behandlung: Entzündung kontrollieren und die Atmung erhalten
Der Behandlungsplan wird individuell an die Dauer der Beschwerden, die Ergebnisse von Endoskopie und Computertomographie sowie begleitende Erkrankungen wie Allergien oder Polypen angepasst. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung können bei korrekter Anwendung dazu beitragen, Sekrete zu entfernen und die Schleimhaut feucht zu halten. Vom Arzt empfohlene intranasale Kortikosteroidsprays sind insbesondere bei chronischen Entzündungen und einer Neigung zu Polypen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Orale Medikamente, eine Allergiebehandlung oder kurzfristige andere Therapien können bei manchen Patienten erforderlich sein. Eine langfristige und unkontrollierte Anwendung abschwellender Nasentropfen kann dagegen zu einer schwerer behandelbaren sogenannten Rebound-Verstopfung führen. Dauer, Dosierung und Kombination der Medikamente sollten daher individuell festgelegt werden.
Wann wird eine Nasennebenhöhlenoperation in Betracht gezogen?
Wenn die Beschwerden trotz geeigneter medikamentöser Behandlung fortbestehen, Polypen den Luftstrom behindern oder in der Computertomographie deutliche strukturelle Probleme erkennbar sind, die die Drainage der Nasennebenhöhlen beeinträchtigen, kann eine endoskopische Nasennebenhöhlenoperation infrage kommen. Ziel dieses Ansatzes ist es, die natürlichen Öffnungen der Nebenhöhlen funktionell zu erweitern, erkranktes Gewebe im notwendigen Umfang zu entfernen und den Zugang medikamentöser Behandlungen zur Nebenhöhlenschleimhaut zu erleichtern.
Die Entscheidung für eine Operation wird nicht allein anhand der Bildgebung getroffen. Die Atmungsfähigkeit des Patienten, der Geruchsverlust, die Häufigkeit von Infektionen, die Lebensqualität, die Nasenanatomie und das Ansprechen auf frühere Behandlungen werden gemeinsam berücksichtigt. Auch bei Patienten, bei denen eine Nasenästhetik oder eine Septumoperation geplant ist, ist es im Hinblick auf langfristige Ergebnisse sinnvoll, die Atemfunktion und die Gesundheit der Nasennebenhöhlen in derselben Beurteilung zu berücksichtigen.
Eine chronische Sinusitis ist in den meisten Fällen eine gut behandelbare Erkrankung; der richtige Ansatz besteht darin, nicht nur die Beschwerden vorübergehend zu unterdrücken, sondern die Ursachen sichtbar zu machen. Anstatt eine lang anhaltende Nasenverstopfung als unvermeidlichen Bestandteil des Alltags hinzunehmen, kann eine umfassende HNO-ärztliche Untersuchung ein guter erster Schritt sein, um herauszufinden, ob freieres Atmen und besserer Schlaf möglich sind.